Bergkirchen

Albe ist möglich

Der Lutherische Klassentag am 24. April 2009 in Bergkirchen hat sich für die Möglichkeit ausgesprochen, dass an bestimmten Festtagen die Albe mit Stola anstelle des schwarzen Talars getragen werden darf. Dem muss allerdings ein Beschluss des Kirchenvorstands vorausgehen, die Pfarrer der Gemeinde müssen einverstanden sein. Außerdem wurde festgehalten, dass eine Kombination von schwarzem Talar und farbiger Stola nicht getragen werden darf. Die westfälische Kirchenrätin Karin Moskon-Raschik hatte den Klassentag über die Geschichte der Amtstrachten informiert.

Zuvor war der Klassentag mit einem Abendmahlsgottesdienst eröffnet worden. Darin forderte Pfarrerin Steffie Langenau in ihrer Predigt, die Konfession als Schatz neu zu entdecken - dass das "die Leute" nicht mehr verstünden, sei ein Totschlägerargument und verkenne, dass zum Glauben immer auch die Form, in der ich ihn lebe, hinzukommen müsse.

Der Klassentag hat außerdem nahezu einstimmig einen Antrag an die Synode weitergeleitet. Darin wird gefordert, dass auch Pfarrer, die mit reduziertem Dienstumfang arbeiten, das Recht haben sollen, sich auf ganze Pfarrstellen bewerben zu dürfen. Aus der Möglichkeit, sich bewerben zu dürfen, folge noch lange nicht, dass solche Pfarrer bei ausgeschriebenen Stellen auch gewählt würden - sich aber überhaupt nicht bewerben zu dürfen und damit lebenslang auf eine früher einmal getroffene Entscheidung festgelegt zu sein, ärgere viele der betroffenen Pfarrer und demotiviere sie, wurde argumentiert.

Einen Antrag der Ev.-luth. Gemeinde Detmold hat der Klassentag abgelehnt, dass die Synode auch den Gemeinden Zuschüsse zu den Verwaltungskosten von kirchlichen Kindergärten geben solle, die sich nicht der Verwaltung durch das Diakonische Werk oder die Paulinenstiftung anschließen wollen. Mehrere Delegierte sprachen sich gegen den Antrag aus, weil sie den leichten Druck, den die Landeskirche hier ausübe, als richtig ansahen, da die Verwaltung durch einen größeren Träger erheblich Geld spare und die Qualität verbessere.

In seiner Superintendentenrede hob Superintendent Andreas Lange die gute Zusammenarbeit der Konfessionen und der leitenden Personen in den Gremien hervor. Dass die Synode den dazubekommenen zweiten Platz in der Synode der EKD einem Lutheraner anvertraut habe, sei ein Zeichen dieser guten Zusammenarbeit.

Lange betonte außerdem, dass die Landeskirche frühzeitig alles dafür tun müsse, dass Pfarrstellen besetzt werden können. Er schlug ein Maßnahmenpaket vor, mit dem die Motivation der schon jetzt in der Landeskirche arbeitenden Pfarrer angehoben werden könne - das sei zugleich ein Baustein dafür, dass die Landeskirche für auswärtige Pfarrer attraktiv sei, wenn es ab dem Jahr 2015-20 kaum noch möglich sei, mit eigenem Nachwuchs die Pfarrstellen zu besetzen.
Teil dieses Pakets könnten sein: die Möglichkeit eines Bewährungsaufstiegs für Pfarrer, aber keine automatische Höherstufung wie früher; die Schaffung einiger weniger Oberpfarrstellen und Landespfarrstellen, um Anreize zu Stellenwechsel und Aufstiegschancen zu ermöglichen. Eine anonyme Umfrage unter den Pfarrern der Lutherischen Klasse im April 2009 hätte ergeben, dass fehlende Aufstiegschancen und fehlende Möglichkeiten, sich finanziell zu verbessern, von vielen Pfarrern als demotivierend erlebt würden.



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